 |
Eistauchwochenende im Engadin, 4.-6. März 2011Bereits der Blick vom Julierpass runter in die Oberengadinerseenlandschaft war der erste Höhepunkt. Strahlend blauer Himmel, verschneite Berge und die zugefrorenen Seen . Nach einem gemütlichen Abendessen und einer mehr oder weniger erholsamen Nacht, trafen wir am Samstagmorgen den Dorfpolizisten Urs am Tauchplatz am Silsersee. Urs kennt die Seen im Oberengadin in und auswendig. Nach einem Briefing über den Tauchplatz und vor allem über das Eis, war die letzte Müdigkeit verflogen und voller Tatendrang machten wir uns dran den Tauchplatz vorzubereiten.
Da die Löcher bereits am vorangegangenen Wochenende benutzt worden sind, nahm Urs die „kurze“ Säge (Blattlänge 120cm) um die Löcher aufzusägen. Wie wir am nächsten Morgen feststellten, reicht eine kalte Nacht um das Eis soweit wieder gefrieren zu lassen, dass es begehbar ist. Nach dem Eröffnen der Löcher setzten wir Eishacken und spannten die Sicherungsseile und schon waren die ersten Buddyteams im Wasser. Welch ein Anblick! Da nur etwa 10 cm Mischeis waren und etwa 50 cm Schwarzeis, fiel relativ viel Licht ins Wasser. Dadurch entstanden wunderschöne Lichtspiele im Wasser. Am Eis bildeten sich Luftseen, die sich wie Wolken hin und her bewegten. Das Eis selbst ist nicht etwa eine langweilige glatte Ebene. Vielmehr machten verschiedenste Einschlüsse im Eis, wie kleine Luftblasen, Risse, Äste, ja sogar eine Boje, die Tauchgänge zu einer kleinen Entdeckungsreise.
Nach einer heissen Dusche machten wir uns auf, das kleine Dorf Sils zu entdecken. Sils ist ein typisches Engadiner Dorf, welches aber zum Glück über eine genügend grosse Bar verfügt, um 16 durstige Taucher zu versorgen. Nach einem fantastischen Abendessen in einem der Restaurants, welches übrigens von einem begeisterten Taucher geführt wird (merci Markus für das spontan offerierte Dessert) versanken die meisten von uns schnell in Träumen über die Faszination Eistauchen. Andere waren die Nacht über mit dem Sägen der Eislöcher beschäftigt. ;-)
Bei erneut perfektem Winterwetter machten wir am Sonntag nochmals 2 Tauchgänge, dann hiess es leider schon wieder Abschied nehmen. Bis zum nächten Mal.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Urs ganz herzlich für seine Unterstützung, seine Tipps, seinen Humor bedanken. Ein riesen Merci auch an Ralph für die Organisation.
Stefanie Zimmermann 
|